Bergbau am Rerobichl

NEU: Schauvitrine im Gemeindeamt

TRADITION IST NICHT DAS HALTEN DER ASCHE SONDERN DAS WEITERGEBEN DER FLAMME

(Thomas Morus)

 

Diesen tiefsinnigen Worten folgend, genehmigte BR Bgm.Hans Schweigkofler die Nutzung einer Vitrine im Gemeindeamt zur Darstellung des historischen Bergbaues am "Röhrerbühel" in Oberndorf.

 

Der Silber- und Kupferabbau begann schon um 1400 in Schwaz, der Mutter aller Bergwerke.

 

Erst 100 Jahre später fand erfolgreich die Suche nach diesen Erzen im Gebiet des Rerobichels statt, der sich von Wiesenschwang über Going bis nach Reith erstreckte.

 

Aus einer großen Sammlung historischer Schriften, Bilder und Gegenstände wurden einige Exponate ausgewählt und hier ausgestellt.

 

Der Auffindung des Erzes lag ein Traum zu Grunde, den Michel Rainer mit seinen beiden Freunden in der Nähe der heutigen Bergkapelle nach einem Fest in Going hatte.

 

Ermüdet im Moos ausschlafend erzählten sie sich am nächsten Morgen von diesem Traum. Alle drei sahen einen Baum mit goldenen Früchten und silbernen Blättern.

Der Traum der drei Männer
Der Traum der drei Männer
Zoom
Legende über die Entdeckung
Legende über die Entdeckung
Zoom

Dicht unter dem Boden fanden sie das kostbare Fallerz.

 

Ein Jahr später, 1540, erhielten sie von der Bergbehörde die Genehmigung zum Aufschlag einer Grube.

 

Der erste Schacht trug den Namen Michael - Fundschacht.

 

Die Bildfolge zeigt den Beginn des Erzabbaus mit einfachen Mitteln, wo durch menschlich betriebene Seilwinden das Erz gewonnen wurde.

 

Erst später hat man größere Tiefen erreicht und seitliche Stollen vorgetrieben, um an die Erzlagerstätten zu gelangen. Pferdegöppeln ersetzten die menschliche Kraft.

Erzgewinnung
Erzgewinnung
Zoom
Erzgewinnung
Erzgewinnung
Zoom
Pferdegöppeln
Pferdegöppeln
Zoom

Die Beförderung der Knappen nach unten erfolgte mittels sogenannten Knechten.

Knappe
Knappe
Zoom
Knecht
Knecht
Zoom
Beförderung der Knappen
Beförderung der Knappen
Zoom

Die Förderung des Erzes und des Grundwassers nach oben wurde in sogenannten Lederbungen bewerkstelligt. Reichten die Bungen nicht aus, kamen Wasserräder bis zu 6 m Durchmesser zum Einsatz. Die größte Tiefe erreichte der Heiliggeistschacht mit 890 m der damals der tiefste Schacht der Welt war. Insgesamt wurden am Rerobichl 15 Schächte vorgetrieben. Einige hundert Tonnen Silber und 20.000 t Kupfer wurden in 240 Jahren zu Tage gefördert.

Wasserrad
Wasserrad
Zoom

Totgesagt wurde der Bergbau vorzeitig durch mangelndes Oberflächenwasser, das zur Hebung des Grundwassers nötig war, im Jahr 1780 durch Maria Theresia.

 

Gesondert dargestellt wird das Schmelzen des Kupfers und Silbererzes wozu man große Mengen Holzkohle und Blasbälge benötigte, um eine Schmelztemperatur von 1200 Grad zu erreichen.

Schmelzofen
Schmelzofen
Zoom
Schmelzofen
Schmelzofen
Zoom

In Hall wurden Silbermünzen geprägt. Zinn und Kupfer wurden zu Bronze legiert und der Verwendung für Waffen, Glocken und Figuren zugeführt.

 

Münzwerkstatt
Münzwerkstatt
Zoom
Prägestempel
Prägestempel
Zoom

Bartholomäus Ludwig Hechengarten

Am 25. Aug.1700 erblickte Bartholomäus Ludwig Hechengarten, der Sohn einer Bergwerksfamilie, in Oberndorf das Licht der Welt. Schon mit 6 Jahren mußte er als Klauberbub Erz sortieren.

 

Bereits 1706 wurde er erste Schulunterricht  in Oberndorf  abgehalten. Der Mesner unterrichtete! 81 Schüler besuchten schon im ersten Jahr die Schule.

Arbeit als Klauberbub
Arbeit als Klauberbub
Zoom
Erster Schulunterricht in Oberndorf
Erster Schulunterricht in Oberndorf
Zoom
Prinz Eugen @H.Schloffer
Prinz Eugen @H.Schloffer

Sein späterer Lebensweg führte ihn in das Banat das von Prinz Eugen von den Türken freigekämpft wurde.

 

Der Aufbau der Banater Bergwerke wurde durch immer wieder einfallende Türken zerstört. Hechengarten gelang es, mit 5000 Bergleuten das Osmanische Heer bis zum Eisernen Tor zurückzuschlagen und so die Integrität für den kaiserlichen Hof wiederherzustellen.

Bartholomäus Ludwig Edler von Hechengarten  @H.Schloffer
Bartholomäus Ludwig Edler von Hechengarten @H.Schloffer

Für seine heldenhafte Tat wurde Hechengarten zum Oberbergrat ernannt. In späterer Folge und an seinen weiteren Tätigkeitsbereichen in Oberungarn wurde er von Maria Theresia in den Adelsstand erhoben.

 

Sein nunmehriger Titel war Bartholomäus Ludwig Edler von Hechengarten des heiligen römischen Reiches Ritter, Unterkammergraf und Mitverwalter der sieben ungarischen Bergstätten.

Die Grabstätte Hechengartens @H.Schloffer
Die Grabstätte Hechengartens @H.Schloffer

Nach einer Visite der Bergwerke in Oberndorf und Kitzbühel stellte er fest, dass das steigende Grundwasser nicht mehr gehoben werden konnte und musste daher die Bergwerke „tot sagen“. Hechengarten verstarb am 18.12.1773 und wurde in der Kirche am Windschacht (ehem. Ungarn, heutige Slowakei) bestattet.

 

Seine Grabstätte wurde von der Gemeinde Oberndorf vor wenigen Jahren renoviert und durch Bgm. Schweigkofler eröffnet.

Aus 36 vorhandenen Modellen wurden einige wenige ausgewählt und zur Schau gestellt. Sie dokumentieren die großartige Leistung der Menschen dieser Gegend in der Zeitenwende vom Mittelalter zur Neuzeit.

Schösserbrücke über Reinache
Schösserbrücke über Reinache
Zoom
Pochwerk für das Erz
Pochwerk für das Erz
Zoom
Knappen mit ihren Werkzeugen
Knappen mit ihren Werkzeugen
Zoom
Fuggerstollen an der Reinache
Fuggerstollen an der Reinache
Zoom
künstlich angelegter Gabelgraben
künstlich angelegter Gabelgraben
Zoom
Beförderung der Knappen
Beförderung der Knappen
Zoom
Stand: 10.09.2014

Kontakt

Gemeinde Oberndorf
Josef-Hager Straße 15
A-6372 Oberndorf in Tirol
Tel.: 05352 629 10
gemeinde@oberndorf.tirol.gv.at

Informationen