Der Bürgermeister informiert

Liebe Oberndorferinnen und Oberndorfer,

schon seit geraumer Zeit beschäftigt mich die Entwicklung des Tourismus in Oberndorf.

 

Betrachten wir einmal die Fakten:

 

Die Zahl der Nächtigungen ging in den letzten Jahren trotz eines Anstiegs der Bettenanzahl (1456 im Jahr 2004 gegenüber 1579 im Jahr 2013) drastisch zurück:

• Nächtigungen 2004/2005: 192.042 Winter: 102.602 Sommer: 89.440

• Nächtigungen 2012/2013: 153.150 Winter: 82.681 Sommer: 70.499

• Wertschöpfungsverlust pro Jahr: ~ € 4.000.000,-- (trifft unsere Betriebe)

• Beförderungen bei der Gondelbahn Bauernpenzing 2012/2013: 232.077

• Mögliche Beförderung pro Tag: 9.000

 

Dazu kommt jetzt die Zahlung von 557.000,-- Euro für die Bergbahn. Jetzt muss zwangsläufig „Schritt Zwei“ folgen: Gäste, Gäste und nochmals Gäste für die Bergbahn, damit der Umsatz steigt, Gewinne geschrieben und neue Investitionen getätigt werden können.

 

Deshalb habe ich mich in den vergangenen 2 Jahren intensiv um die Ansiedlung von Beherbergungsbetrieben bemüht. In zahlreichen Gesprächen mit Touristikern und Fachleuten wurde mir allerdings erklärt, dass eine Hotelansiedlung aussichtslos sei. Aber ein Chaletdorf (Almdorf) in einer ausgezeichneten Lage hätte jedenfalls gute Chancen, realisiert zu werden. Dafür gäbe es Investoren und Betreiber, fehlt doch dieses Angebot in den meisten Orten der Kitzbühler Alpen. Und auch die Lage Oberndorfs neben Kitzbühel spräche für ein solches Projekt.

Grundstück für das geplante Chaletdorf
Grundstück für das geplante Chaletdorf

Zufällig ergab sich in einem Gespräch mit Anna Pirchmoser, Sauregg, dass sie eine Fläche für ein Almdorf verkaufen würde. Der Kontakt mit Herrn Mag. Herbert Ackerl von Ambras Treasury und Investment AG in Salzburg war schnell hergestellt. Gemeinsam mit Herrn Ton Jansen, der in den Kitzbüheler Alpen seit 25 Jahren mehrere Chaletdörfer betreibt und jährlich ca. 330.000 Nächtigungen in diese Region bringt, wurde das Grundstück besichtigt und beide versicherten, dass sie hier gerne ein Almdorf errichten würden. Ein Optionsvertrag wurde unterzeichnet und erste Studien von Architekt Dollnig durchgeführt. Auf dem ca. 1 ha großen Feld zwischen Wald und Hornweg neben der 7a Piste könnten 20 Chalets für 6 – 10 Personen mit einer Versorgungseinheit (Restaurant, Rezeption, Hallenbad), in dem sich weitere Chalets befinden, Platz finden.

Der Gemeinderat wurde am Mittwoch, den 29. Jänner 2014 über das Projekt informiert. Ebenso anwesend Tourismus GF Gernot Riedel und Bergbahn GF Wolfram Jahn.

Ein solches Projekt in Oberndorf und besonders in dieser Lage umzusetzen, ist für viele unvorstellbar, fehlen doch die infrastrukturellen (Kanal, Wasser, schmaler Weg) und raumordnerischen Voraussetzungen. Wollen wir allerdings dem Tourismus in Oberndorf einen Schub versetzen, dann müssen wir über innovative Tourismusprojekte reden. Und dies sollten wir emotionslos tun, alle Für und Wider abwägen, die Vor- und Nachteile gegenüberstellen und schließlich entscheiden. Wir alle müssen vom Projekt Sauregg überzeugt sein, der Gemeinderat, der Tourismusverband und die gesamte Bevölkerung. Erst dann wird das Land Tirol das Chaletdorf in der Höhenlage genehmigen.

 

Ich bitte euch, liebe Oberndorferinnen und Oberndorfer, um eure ehrliche Meinung!

 

Eines hat die Projektvorstellung bewirkt und darüber bin ich sehr froh: Es wird über den Tourismus geredet! Und es gibt bereits weitere interessante Vorschläge für touristische Entwicklungsmöglichkeiten, die unbedingt geprüft werden müssen. Das Chaletdorf Sauregg ist nicht das Projekt des Bürgermeisters, das er unbedingt umsetzen will! Nein, es ist ein Vorschlag, Oberndorf touristisch auf die Überholspur zu bringen.

 

Ich freue mich über viele Rückmeldungen!

(0664 2841638 oder buergermeister@oberndorf.tirol.gv.at)

Rerobichlstraße

Besucher beim Diskussionsabend
Besucher beim Diskussionsabend

Die Diskussion über die Sanierung und Gestaltung der Rerobichlstraße letzte Woche in der Volksschule erinnerte mich an die Dorferneuerungszeit. Die Vielzahl der Besucher/innen zeigte deutlich, dass es auf der Rerobichlstraße ein akutes Verkehrsproblem gibt, das den Anrainern unter den Nägeln brennt und das es zu lösen gilt.

Nach einem doch etwas zu ausführlichen Referat von Architektin Ursula Faix über die „Begegnungszonen im öffentlichen Raum“ wurden in alter Dorferneuerungs-manier Ideen und Lösungsvorschläge eingebracht und notiert. Die vielen Anregungen werden nun in den Sanierungsplan eingearbeitet und anschließend wiederum mit den Anrainern diskutiert.

Referat von Architektin Ursula Faix
Referat von Architektin Ursula Faix

Bei dieser Veranstaltung erinnerten sich einige an den visionären Plan aus den Anfängen der Dorferneuerung (Umfahrung des Meixnerhauses und Weiterführung der Straße entlang des Bucherbaches), den wir damals aus verschiedensten Gründen (hauptsächlich Kosten) verworfen haben. Ich bin sicher, dass die Verwirklichung dieser Idee viele Probleme lösen würde. Wir sollten daher diesen Plan neuerlich aufgreifen und versuchen, ihn umzusetzen. Das bedarf allerdings einer außerordentlichen Kraftanstrengung, die nur gemeinsam zu schaffen ist. Ich jedenfalls werde mich bemühen.

Euer Bürgermeister

Hans Schweigkofler

Stand: 10.02.2014

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Gemeinde Oberndorf
Josef-Hager Straße 15
A-6372 Oberndorf in Tirol
Tel.: 05352 629 10
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