Hochwasserhilfe

Natürliche und juristische Personen können für die Behebung der Schäden aufgrund des Hochwassers eine Beihilfe beantragen. Grundsätzlich soll diese Beihilfe eine existenzielle Not oder Gefährdung durch die Hochwasserschäden mindern oder abwenden und das wirtschaftliche Fortkommen der Geschädigten ermöglichen.

 

Beihilfen aus dem Katastrophenfonds

ORF Hochwasser-Soforthilfe

Steuerliche Erleichterungen im Zusammenhang mit Katastrophenschäden

Finanzministerium informiert über steuerliche Maßnahmen und Erleichterungen anlässlich der Hochwasserkatastrophe

Wien (OTS) - Das Hochwasser hat Österreich seit einigen Tagen fest im Griff. Machtlos stehen die Menschen Naturkatastrophen wie dieser gegenüber. Während das wahre Ausmaß der Schäden derzeit nur erahnt werden kann, sind zahlreiche freiwillige Helferinnen und Helfer bereits seit Tagen rund um die Uhr im Einsatz. Betroffene wurden geborgen und versorgt, Notunterkünfte mussten bereitgestellt werden und die Reinigungs- und Wiederaufbauarbeiten konnten in einigen Gebieten bereits begonnen werden.

 

Die Österreicher zeigen ihre Solidarität aber nicht nur durch ihr freiwilliges Engagement, sondern vor allem auch durch ihre großzügige Spendenbereitschaft. Damit sich die Menschen in dieser schweren Zeit nicht auch noch über die bürokratischen Folgen der Katastrophe Sorgen machen müssen, informiert das Finanzministerium über mögliche steuerliche Maßnahmen und Vergünstigungen sowohl für Betroffene als auch für jene, die durch ihre Spende einen wertvollen Beitrag im Sinne der Verantwortungsgesellschaft leisten.

 

Von folgenden steuerlichen Erleichterungen und Befreiungen können die Betroffen im Bereich der Ertragssteuern, der Gebühren und Bundesverwaltungsabgaben, der Steuernachzahlungen sowie im Bereich der Grunderwerbssteuer Gebrauch machen:

 

Ertragsteuern:

  • Freiwillige Zuwendungen und Spenden zur Beseitigung von Katastrophenschäden sind beim Empfänger steuerfrei.
  • Spenden aus dem Betriebsvermögen oder Privatvermögen zur Hilfestellung in Katastrophenfällen sind abzugsfähig, wenn der Spendenempfänger zum Zeitpunkt der Spende eine nach § 4a Einkommensteuergesetz (EStG) spendenbegünstigte Körperschaft ist (d.h. auf der Liste der begünstigten Spendenorganisationen eingetragen ist).
  • Geldspenden aus dem Betriebs- und Privatvermögen an die freiwillige Feuerwehr sind gemäß § 4a Abs. 6 EStG als Betriebsausgaben abzugsfähig. Für Spenden aus dem Betriebsvermögen gilt das auch für Sachspenden.
  • Sachhilfen und Geldhilfen bei Katastrophenfällen nach § 4 Abs. 4 Z 9 EStG sind im Rahmen des betrieblichen Werbeaufwands bei Vorliegen eines entsprechenden Werbeaufwandes (z.B. Berichterstattung in regionalen und/oder überregionalen Medien; Darstellung auf der Firmenwebsite) als Betriebsausgaben abzugsfähig.
  • Abzugsfähigkeit von Katastrophenschäden als außergewöhnliche Belastung im Privatbereich: Sämtliche Kosten für die Beseitigung von unmittelbaren Katastrophenfolgen sowie für katastrophenbedingt nachbeschaffte Vermögenswerte sind ohne Selbstbehalt steuerlich absetzbar, soweit sie nicht durch Subventionen und Spenden abgedeckt sind. Die Ersatzbeschaffung von Wohnungen, Wohnhäusern, Einrichtungsgegenständen, Elektro-, Haushalts- und Küchengeräten, Kleidung, Geschirr und persönlichen Gegenständen können bis zum nachgewiesenen Neuwert (tatsächliches Ausmaß laut Rechnung) der zerstörten Wirtschaftsgüter abgesetzt werden, PKWs bis zu Höhe des Zeitwerts. Nicht abzugsfähig sind allerdings Ersatzbeschaffungen im Zusammenhang mit einem Zweitwohnsitz. (Hinweise dazu finden sich in den Lohnsteuerrichtlinien 2002, Rz 838 - 838g)
  • Die steuerliche Berücksichtigung von Kosten für die Beseitigung von Katastrophenschäden kann durch einen eigenen Freibetragsbescheid für das laufende Kalenderjahr vorgezogen werden.

 

Befreiung von Gebühren und Bundesverwaltungsabgaben:

  • Gemäß § 35 Abs. 5 Gebührengesetz (GebG) sind keine Gebühren bei folgenden Tatbeständen zu entrichten, sofern sie auf eine Katastrophe (insbesondere Hochwasser-, Erdrutsch-, Vermurungs- und Lawinenschäden) zurückzuführen sind:
    • Ersatzausstellung gebührenpflichtiger Schriften
    • Schriften für Schadensfeststellung, -abwicklung und -bereinigung
    • Bestandverträgen im Zusammenhang mit einer Ersatzbeschaffung (Anm: Für Darlehens- und Kreditverträge fallen seit 1.1.2011 generell keine Gebühren mehr an)
    • Gemäß § 78a Allgemeines Verwaltungsverfahrensgesetz (AVG) sind Amtshandlungen, die durch Katastrophenschäden veranlasst worden sind, von den Bundesverwaltungsabgaben befreit.

 

Erleichterungen bei Steuer(nach)zahlungen:

 

Insbesondere:

  • Kein Säumniszuschlag bei katastrophenbedingtem Zahlungsverzug
  • Kein Verspätungszuschlag bei katastrophenbedingten

 

Fristversäumnissen

  • Fristerstreckung bei Anträgen auf Herabsetzung der Vorauszahlungen bei der Einkommen- und Körperschaftsteuer (§ 45 Abs. 5 EStG)

 

Absehen von Grunderwerbsteuer bei Absiedelung:

  • Es besteht (wie bereits in der Vergangenheit gemacht) die Möglichkeit, das Finanzamt für Gebühren, Verkehrsteuern und Glücksspiel anzuweisen, gemäß § 206 lit. a Bundesabgabenordnung (BAO) von der Erhebung der Grunderwerbsteuer für den Ersatzerwerb eines Grundstückes durch den Eigentümer eines von einer Hochwasserkatastrophe betroffenen Grundstückes zum Zweck der Absiedelung unter bestimmten Voraussetzungen Abstand zu nehmen.

 


OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.

OTS0289 2013-06-04 17:38 041738 Jun 13 NFI0002 0618

Stand: 22.08.2013

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