Projekt Egger Fernwärme nimmt konkrete Formen an

Geschätze Oberndorferinnen und Oberndorfer !

Bild: K.Ritter
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Am Donnerstag, den 26.01.2012 wurden jene Bürger, die bei der Befragung Interesse am Anschluss an das Egger-Fernwärmenetz bekundet haben, zu einem Informationsabend in die Aula der Volkschule eingeladen. Hr. Dipl. Ing. Laucher und Ing. Obernauer erläuterten die Details und beantworteten die Fragen der Anwesenden.

Bild: K.Ritter
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Nachstehend zusammengefasst die Inhalte des Referats der beiden Experten:

 

Geplant ist der Anschluss von Oberndorf an die Fern- bzw. Ortwärme von St.Johann und Egger. Bereits im Sommer 2010 wurde seitens der Gemeinde Oberndorf einer Erhebung bei allen Haushalten durchgeführt – mit dem Ergebnis, dass sich sehr viele Oberndorferinnen und Oberndorfer für einen Anschluss an die Ortswärme interessieren bzw. anschließen möchten. Mit Vorlage dieser Daten konnten die Fachplaner einen groben Plan für das zukünftige Versorgungsgebiet erstellen – ein Gebiet, bei dem auch der Anschluss für die „Ortwärme St. Johann in Tirol GmbH“ kalkulatorisch vertretbar ist. Leider muss man auch eingestehen, dass einige Ortsteile nicht angeschlossen werden können (Entfernung zu groß, zu wenige Abnehmer bzw. zu wenig abzunehmende Wärmeleistung).

Jeder im Versorgungsgebiet hat dann die Möglichkeit, an die Ortswärme anzuschließen. Für Besitzer einer bestehenden Heizanlage (bis 5 Jahre alt) entfallen für den Anschluss an die Ortswärme KEINE Kosten. Bei älteren Anlagen (ab 5 Jahre) ist jeweils ein Zuschlag von 1/20 (p.a.) des BKZ (Baukostenzuschusses) zu bezahlen. Bei Anlagen ab 25 Jahre sind dann die gesamten Anschlusskosten fällig. Lediglich der Anschluss vom eigenen Heizkreis/-verteiler an den Wärmetauscher ist bauseits zu erledigen – dies gilt jedoch für alle.

 

Des Weiteren werden beim Erstanschluss (im Zuge der jeweiligen Baustufe) keine Netzzutrittsgebühren und sonstigen Anschlusskosten verrechnet – sollte man sich jedoch erst später für einen Anschluss entscheiden, so sind auch diese Kosten zu berücksichtigen.

 

Für jeden betreffenden Haushalt wird von den Vertretern der Ortswärme ein unverbindliches Angebot gemacht – samt Kostengegenüberstellung bzw. direkter Vergleich Ortswärme mit der eigenen bestehenden Heizungsanlage (Öl, Gas, Pellets etc.).

 

Was bringt nun die Ortswärme – was bringt eine Fernwärme ?!

 

Der ökologische Aspekt ist mit Sicherheit ein sehr großes Argument – allein in St.Johann konnten an die 12.000 Tonnen CO2 (Angabe http://www.ortswaerme.info/) eingespart werden – im Vergleich produziert ein Auto bei 20.000km Fahrleitung (150g CO2 Abgaswert) ca. 3 Tonnen.

 

Aber nun sicherlich zu einem wesentlich Argument – den Heizkosten.

 

Die Ortswärme bezieht ihre Wärme aus der „Überwärme“ vom Eggerwerk (lt. Ortswärme ca. 50%), zugeheizt mittels Biomasse - in Spitzenzeiten kommt auch Gas als zusätzliches Heizelement hinzu.

Der Preis wird einem Index angepasst (3 Bestandteilen – 25% Gaspreisindex, 50% Biomassepreisindex Egger, 25% VPI Verbraucherpreisindex).

 

Seit Bestehen der Ortswärme (seit 2006) hat sich der Wärmepreis um 18,4% nach oben hin verändert. Der Heizölpreis hingegen ist seit 2006 um 37% (2006 – 1 lt. Heizöl 62 Cent Netto, 2012 – 1 lt. Heizöl 85 Cent Netto, Angabe http://www.fastenergy.at/) und der Gaspreis um 19,86% (Angabe http://www.energyagency.at/) gestiegen. Vor allem jene, die Heizöl verwenden, können sich mit der Umstellung auf Ortswärme einiges sparen.

 

Des Weiteren erspart man sich bei der Ortswärme die Kamin- bzw. Kaminkehrkosten (Zentralheizungskamin), Service sowie Instandhaltungskosten der Heizanlage.

 

Auf die Frage, wie viel erspart man sich bei einer Umstellung, kann keine Antwort bzw. pauschale Prozentzahl genannt werden – zu unterschiedlich sind die einzelnen Heizungsanlagen, Brennstoffe etc. - dies wird, wie bereits vorher erwähnt, bei der der Angebotslegung für jeden Haushalt bzw. für jedes Objekt spezifisch berechnet.

 

Kosten für die Gemeinde Oberndorf bzw. die Ortwärme

 

Die Gemeinde Oberndorf hat den Beschluss gefasst, sich bei der „Ortswärme St.Johann in Tirol GmbH“ mit 5% zu beteiligen (Anteile - Gemeinde St.Johann 69%, Egger Werk 26%, Gemeinde Oberndorf 5%).

 

Für diese Beteiligung muss Oberndorf 32.000€ entrichten (25.000€ lt. Vertrag 2006 inkl. Indexanpassung bzw. Wärmepreissteigerung von ca. 18,4% plus 2.500€).

 

Diese Beteiligung wird jedoch NUR bei Realisierung der Ortwärme bzw. Fernwärme in Oberndorf vollzogen. In Anbetracht der vorliegenden Erhebungsbögen bzw. des vorhandenen Interesses ist der Bau der Ortwärme in Oberndorf sehr realistisch bis beinahe fix.

 

Nach Bekanntgabe der positiven Wirtschaftlichkeit (hängt sehr von den tatsächlichen Anschlüssen ab) wird die Gemeinde Oberndorf der Ortswärme ein zinsfreies Darlehen von 300.000€ für mind. 10 Jahre zu Verfügung stellen. Dieses Darlehen wird kalkulatorisch als Eigenmittel verbucht – zum Vergleich: St.Johann 500.000€.

 

Die Gesamtinvestitionskosten für die „Ortswärme St.Johann in Tirol GmbH“ belaufen sich bei 3.285.500€. Die Kosten für das 6km lange Leitungsnetz (geplant sind derzeit ca. 102 Abnehmer – Hotels, Gewerbe, öffent. Gebäude, Einfamilienwohnhäuser etc.) resultieren aus Leitungsbau 1.140.000€, Grabungskosten 1.140.000€, Übergabestationen 655.000€, Planungskosten 250.000€ und Sonstiges.

 

Bericht – Thaler Gerry

Stand: 20.12.2012

Kontakt

Gemeinde Oberndorf
Josef-Hager Straße 15
A-6372 Oberndorf in Tirol
Tel.: 05352 629 10
gemeinde@oberndorf.tirol.gv.at

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