Umzug ins Pflegeheim

Ein Leitfaden: Was Sie beachten und woran Sie vorher denken müssen

Wenn die optimale Betreuung zu Hause nicht mehr sichergestellt ist, kann der Umzug ins Pflegeheim das Leben deutlich verbessern: Gemeinsame Freizeitgestaltung, die Entlastung von Hausarbeit, kulturelle Angebote und professionelle Pflege rund um die Uhr. Wer sich dafür entscheidet, sollte sich aber bereits im Vorfeld gründlich informieren.

 

Da Pflegeheime Landessache sind, fehlt eine einheitliche Regelung. Am besten ist es, Informationen bei den Wunschhäusern einzuholen und sich rechtzeitig Unterlagen sowie eine Kopie des Vertrages schicken zu lassen. Im Heimvertrag müssen Räumlichkeiten, Ausstattung, Wäscheservice, Reinigung der Wohnräume, allgemeine Verpflegung, Fälligkeit und Höhe des Entgelts sowie der Kaution geregelt sein.

 

Die Kostenfrage

Die oft sehr hohen Kosten muss grundsätzlich der Bewohner selbst zahlen. Dazu muss er sein Einkommen (Pension, Pflegegeld) und Vermögen (Sparguthaben und Grundstücke) heranziehen, 20 % des Einkommens, die Sonderzahlungen in voller Höhe und 10 % des Pflegegelds der Stufe drei müssen dem Heimbewohner aber jedenfalls zur freien Verfügung bleiben. Reichen Einkommen und Vermögen nicht aus, besteht die Möglichkeit, dass im Rahmen der Sozialhilfe die Differenz zu den tatsächlichen Kosten vom jeweiligen Bundesland übernommen wird. Eine Beitragspflicht von Angehörigen gibt es derzeit nur in der Steiermark.

 

Achtung: Nicht für jedes Heim werden die Kosten vom Land übernommen!

 

Die Kaution darf maximal ein Monatsentgelt betragen, höchstens jedoch EUR 300,-- wenn der Sozialhilfeträger einspringt.

 

Eine Bindung auf Ewig?

Nein, denn ein Heimvertrag kann unter Einhaltung einer einmonatigen Kündigungsfrist zum Monatsende gekündigt werden. Wenn der Heimträger seine Pflichten grob verletzt, ist auch eine sofortige Vertragsauflösung möglich. Der Heimträger selbst kann nur aus wichtigen Gründen kündigen: Wenn der Heimbewohner den Heimbetrieb in unzumutbarer Weise stört oder trotz Mahnung ein Rückstand von zwei Monatsentgelten besteht.

 

Erbringt das Heim seine Leistungen nur mangelhaft, kann das Entgelt gemindert werden. Das gilt beispielsweise bei Schimmelbefall im Badezimmer, ungenießbarer Verpflegung über längeren Zeitraum, mangelhafter Pflege und Abwesenheit von mehr als drei Tagen (Urlaub, Spitalsaufenthalt).

 

Die Checkliste vor dem Umzug

Vor dem Umzug sollten noch bestehende Mietverträge, Versicherungen, Anmeldung für Fernsehen und Radio, Telefonverträge überprüft, umgemeldet oder gekündigt werden. Innerhalb eines Monats nach dem Umzug muss die Änderung des Wohnsitzes beim zuständigen Meldeamt bekannt gegeben werden.

 

Weitere Informationen

zu den Pflegeheimen in allen Bundesländern und einen Musterheimvertrag gibt es beim

 

Ministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz

Stubenring 10

1010 Wien

 

Tel. 01/711 00-0

 

www.bmsak.gv.at.


 

 


 

Ein Artikel aus der Zeitschrift "D.A.S. Konsulent" - Ausgabe 28/April 2013

Stand: 24.07.2013

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Josef-Hager Straße 15
A-6372 Oberndorf in Tirol
Tel.: 05352 629 10
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